Gerade in den letzen Jahren haben sich viel Jäger und Naturnutzer mit Borreliose oder Hirnhautentzündung durch einen Zeckenbiss infiziert. Wir haben uns Gedanken gemacht und können nun ein Produkt anbieten, dass den Erstkontakt der Zecken mit dem Wirt erheblich erschwert.
Weiterlesen...Komplett unsichtbarer Blitz! Wir haben diese Kamera an sehr feinsinnigem Wild wie Leoparden in Namibia am Waterberg und auch reifen erfahrenen Keilern in der Türkei ausprobiert. Sehen Sie sich die Leoparden-Bilder in der Fotogallerie unter Namibia an.
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Aufnahme im September 2011 Waterberg Namibia (Datum der Kamera war nicht korrekt eingestellt)
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Türkei, Osterferien 2011 - wir hatten eigentlich einen Familienurlaub mit Erholung pur gebucht, aber irgendein Sahnehäubchen musste dieser Urlaub noch bekommen. Ich hatte schon oftmals von den starken Keilern, die es in der Türkei gibt, gehört, und da man dort eine Jagdreise gut mit Familienurlaub kombinieren kann, entschloss ich mich kurzerhand im Internet nach etwas Geeignetem zu fahnden. Nach kurzer Suche wurde ich bereits fündig. Ein Angebot von Alexander Winter Jagdreisen erweckte meine Aufmerksamkeit. Aber es waren bezüglich des Ablaufes doch noch einige Fragen zu klären, so dass ich das Angebot ausdruckte und in die Küche legte, um am nächsten Tag mit Herrn Winter zu telefonieren. Ich war nicht schlecht erstaunt, als Ich am darauffolgenden Tag von der Arbeit nach Hause kam und meine Frau mit Herrn Winter schon telefoniert und alle Einzelheiten bereits abgefragt hatte.
Dennoch, ein paar Fragen waren immer noch offen und ein ausführliches, sehr informatives und nettes Telefonat mit Herrn Winter festigte mein Vertrauen, bei diesem Veranstalter unbesorgt buchen zu können.
Da ich beabsichtigte, meine eigene Waffe mitzunehmen, mussten noch einige Formalitäten erledigt werden, um eine komplikationslose Einreise zu gewährleisten. Ein Mitarbeiter des Jagdreiseunternehmens sollte uns am Flughafen Antalya in Empfang nehmen und alle Formalitäten abwickeln.
Und so war es dann auch. Am Flughafen in Antalya angekommen, wartete Cengis bereits auf uns und als dann endlich auch der Waffenkoffer auftauchte, ging alles sehr schnell und reibungslos. Cengis sprach gut Deutsch und sollte auch während der Jagd als Dolmetscher und Ansprechpartner jederzeit erreichbar sein.
Da bis zur Jagd noch einige Tage Erholung anstanden, stieg die Anspannung entsprechend bis es dann am Karfreitag endlich losging. Pünktlich um 19.00 Uhr holte mich Ibu vom Hotel ab. Ibu, ein Mittvierziger türkischer Abstammung, war Angestellter des türkischen Jagdreiseunternehmens „Safari Tours“ und sollte für die nächsten Tage mein Berufsjäger sein. Mit von der Partie war noch ein Mann der Regierung, der das ganze Jagdgeschehen überwachen sollte. Die Verständigung erfolgte auf Englisch, und im Laufe der Fahrt ins Jagdgebiet erfuhr ich alles über den Ablauf der bevorstehenden Jagd.
Das Jagdgebiet in der Bergregion um Alanya ist für unsere Verhältnisse riesig und erstreckt sich auf eine Fläche von 70 x 20 km. Jährlich werden hier um die 40 starke Keiler erlegt. Die Jagd erfolgt an dafür vorher angelegten Kirrungen, oder wie die Türken sagen „Footputs“. Ich habe es auch erst immer nicht richtig verstanden, sollte es doch eigentlich „Foodputs“ heißen. Etwa drei Wochen vor Ankunft des Jägers werden ca. 60 bis 80 Kirrungen angelegt. Jede Kirrung wird mit etwa 5 kg Mais täglich bestückt. Man kann sich leicht ausrechnen, wie viel Mais da täglich ausgebracht wird. Der Berufsjäger weiß anhand des Fährtenbildes nach einigen Tagen genau, an welchen Kirrungen starke Schweine zu erwarten sind. Dabei ist es häufig sogar so gewesen, dass an Kirrungen, die vielleicht nur 500 m auseinander lagen, jeweils ein starker Keiler anzutreffen war.
Die Fahrt ins Jagdgebiet dauert nicht lange. Bereits nach 10 km biegen wir von der Hauptstraße ab und nähern uns, vorbei an kleinen Dörfern, den Bergen. Nach dem letzten Haus wird Halt gemacht. Hier befindet sich ein Steinbruch, wo ich vorher noch einen Probeschuss machen soll.
Da wir zurzeit kein brauchbares Mondlicht haben, verwenden die Türken ein am Zielfernrohr befestigtes Nachtzielgerät. Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein Freund solcher Geräte, aber anders würde man zurzeit keine Keller bekommen. Außerdem muss man sich erst einmal an das Zielen und Schießen mit so einer Technik gewöhnen. Doch es klappte alles einwandfrei. Die Waffe schoss wie gewohnt, und nun konnte es losgehen.
Mit dem Geländewagen geht es weiter hinauf In die Berge. Teilweise sind die Wege so eng am Berg angelegt,
dass es zu der einen Seite schon mal locker 100 m in die Tiefe gehen kann. Links und rechts der Wege besteht die Vegetation zum großen Teil aus Macchie ähnlichen Sträuchern sowie aus etwa 10 m hohen Piniendickungen. Die Kirrungen werden daher immer an den Wegen angelegt. Zum einen, um sie leichter beschicken zu können, zum anderen, weil es in diesem Gebiet wenig Freiflächen gibt an denen man sie hätte anlegen können. Dies ist im Sommer anders. Dann stehen die starken Keiler in den Hochebenen, da es dort kühler ist. Doch zu dieser Jahreszeit findet man sie noch in den tieferen Gebieten des Taurusgebirges.
Wir sind an unserem ersten Ausgangspunkt für die Pirsch angelangt. Es ist noch früh am Abend und noch nicht dunkel. So haben wir alle Zeit der Welt, um uns in Ruhe fertig zu machen. Das Nachtzielgerät wird an meinem Zielfernrohr befestigt und ich mache erste Versuche, mich damit anzufreunden. Der Keiler, den Ibu hier bestätigt hatte, sollte immer so gegen halb zehn auf der Bildfläche erscheinen. Woher er das weiß? Auch in der Türkei haben Wilduhren erfolgreich Einzug gehalten.
Langsam pirschen wir los, Ibu mit Dreibein und Nachtsichtgerät bewaffnet, ich mit Waffe, blind wie ein Maulwurf, hinterher. Doch die Augen gewöhnen sich schnell an die Dunkelheit. Allerdings muss man schon zusehen, dass man nicht den Anschluss verliert. Sonst ist dein Pirschführer weg, und du stehst völlig allein in der Dunkelheit und weißt nicht, wo du hin sollst.
Das Pirschen hier auf den Bergschotterpisten ist nicht gerade einfach. Man macht doch ganz schön Krach auf dem steinigen Untergrund. Umso vorsichtiger bewegen wir uns vorwärts. Nach jeder Wegbiegung schaut Ibu vorsichtig durch sein Nachtsichtgerät. Ich weiß natürlich nicht, ob er schon etwas sieht bzw. wo die Kirrung sein soll. Nach weiteren 100 m bleibt er erneut stehen und gibt mir zu verstehen, dass wir hier auf den Keiler warten werden. Die Kirrung befindet sich ca. 60 m vor uns rechts am Wegesrand. Einmal hören wir etwas am Hang entlang ziehen, doch an der Kirrung lässt sich nichts blicken. Also wieder zurück zum Auto, wo der Regierungsbeamte auf uns gewartet hat.
Wir fahren weiter auf der Schotterpiste, und ich bin etwas verwundert, als wir nach ein paar hundert Metern schon wieder aussteigen. Es geht weiter zur nächsten Kirrung in der gleichen vorsichtigen Gangweise. Immer wieder bleiben wir stehen, und als Ibu plötzlich das Dreibein vor mir aufbaut und mir ein Zeichen gibt, mich fertig zu machen, bin ich ganz perplex. Der Blick durch das Nachtzielgerät zeigt erst einmal gar nichts. Erst als Ibu die Waffe In die richtige Richtung dirigiert, sehe auch ich plötzlich ein paar Augen leuchten. Ich denke, warum soll ich denn auf das Schwein schießen? Das ist doch höchstens ein kleiner Frischling. Erst jetzt realisiere ich, dass das Zielfernrohr auf 2,5 fache Vergrößerung gestellt ist, um eine bessere Lichtausbeute mit dem Nachtzielgerät zu erhalten. Von rechts bedeutet mir Ibu die ganze Zeit doch zu schießen und dass das ein guter Keiler sei. Als ich erkennen kann, wo vorne und hinten ist, zerreißt der Knall der .375 H & H die Stille der Nacht. Danach Steine prasseln, Äste knacken, als wenn das Schwein, sich mehrfach überschlagend den Abhang hinunter fällt. Dann wieder Stille. Am Anschuss angekommen, keinerlei Pirschzeichen - nur die Eindrücke der Schalen im Boden. Auch hangabwärts sehen wir erst mal kein Schwein liegen. Dem Schwein abends In diesem Gelände zu folgen würde an Selbstmord grenzen, weshalb wir beschließen, unsere Jagd fortzusetzen. Ibu will am nächsten Morgen schauen, ob er das Schwein oder zumindest Pirschzeichen findet. Die weiteren Pirschen an diesem Abend verlaufen erfolglos. Wir sahen zwar noch einen Keller, dieser bekam uns aber mit, bevor ich mich richtig fertig gemacht hatte.
Am nächsten Tag warte ich auf den erlösenden Anruf von Cengis mit der Mitteilung, dass der Keiler liegt. Doch als das Telefon klingelte werde ich enttäuscht. Das Schwein liegt nicht in unmittelbarer Nähe des Anschusses, sondern soll am nächsten Tag mit einem Hundeführer nachgesucht werden. Alles, was Ibu in der Fluchtfährte fand, waren ein paar Fleisch und Fettfetzen, so dass von einem nicht sofort tödlichen Treffer ausgegangen werden musste.
Am nächsten Abend steht der Geländewagen wieder zur vereinbarten Zeit vorm Hotel. Wir jagen heute in einer anderen Gegend. Ein Gebirgsbach verläuft zu unserer Linken und übertönt sämtliche Geräusche, die wir beim Pirschen verursachen. Der Abend ist warm, und in der Luft liegt ein phantastischer Duft aus einer Mischung von Blumen und Gewürzen mit einer Intensität, wie ich sie vorher noch nie erlebt habe. Ich atme tief ein und genieße die Stille.
Ein Käuzchen schreit nicht weit entfernt von uns. Ein gutes Omen, denke ich. Zu Hause habe ich fast immer etwas erlegt, wenn das Käuzchen ruft. Mein Zielfernrohr habe ich heute doch mal auf eine 4-fache Vergrößerung hoch gestellt. Das Schwein gestern war einfach viel zu klein im Absehen. Wir stehen hier jetzt etwa eine dreiviertel Stunde, als Ibu auf einmal sagt „Keiler kommt“. Diesmal sehe auch ich sofort die Sau deutlich im Glas. Doch etwas scheint der Keiler mitbekommen zu haben. Argwöhnisch schaut er, halb spitz auf uns zu stehend, in unsere Richtung. Das Licht des Infrarotstrahlers wird ihn wohl auf uns aufmerksam gemacht haben. Nun muss es schnell gehen, und nachdem sich das Absehen vor dem Blatt fest
gesaugt hat, fällt der Schuss. Der Keiler liegt im Knall. Nur das Schlegeln ist noch zu hören und In meinem Gesicht steht ein breites Grinsen. Als wir beim Keiler stehen, fallen wir uns überglücklich in die Arme. Vor uns liegt ein richtiges Hauptschwein mit Waffen, sowie ich sie mir erträumt hatte. Auf der einen Seite ist zwar der Haderer etwas abgebrochen, doch das schmälert nicht die Freude an diesem Schwein. In der Türkei kommt es, bedingt durch den steinigen Boden, häufig vor, dass sich die Keiler bei der Suche nach Nahrung die Waffen abbrechen. Bei der Berechnung der Abschussgebühr wird daher auch immer die Länge des größten Gewehres zu Grunde gelegt. Was jetzt folgt, ist die übliche Fotosession. Ich wäre zwar lieber am Folgetag zurück gekommen und hätte Fotos gemacht, jedoch deutet mir Ibu an, dass dann von meinem Keiler wohl nicht mehr sehr viel übrig sein würde. Die Hunde des nahe gelegenen Dorfes würden das In einer Nacht erledigen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als das Haupt abzutrennen. Der Rest des Schweins bleibt liegen.
Da der überwiegende Teil der Türken dem muslimischen Glauben angehört, wird in der Türkei kein Schweinefleisch verwertet. Ein Umstand, der einem klar sein muss, wenn man Keiler in der Türkei jagen will. Man jagt wirklich nur der Trophäe wegen. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber wenn man sich bewusst macht, welchen Schaden die Schweine auch dort auf den kleinen, teilweise mit der Hand bearbeiteten Feldern verursachen, so kann man wenigstens einigermaßen sein Gewissen beruhigen.
In der Türkei ist es möglich, in einer Nacht gleich mehrere Keiler zu erlegen. Deshalb kommt auch von Ibu die Frage, ob wir weiter jagen wollen, die
von mir mit einem klaren ja beantwortet wird. Der Abend ist ja schließlich noch jung. Also fahren wir wieder in das Gebiet, in dem wir gestern gejagt haben. Erneut werden die Kirrungen vorsichtig angegangen und schon nach kurzer Pirsch baut Ibu wieder das Dreibein vor mir auf und bedeutet mir zu schießen. Doch ich kann von meiner jetzigen Position beim besten Willen nichts erkennen. Also pirschen wir noch ein Stückchen vorwärts. Wieder dasselbe Spiel. Diesmal sehe ich zwar das Schwein, aber für einen sicheren Schuss immer noch zu undeutlich. Noch weiter vor. Ibu Ist schon etwas nervös, macht das Spiel aber mit. Dann endlich habe ich das Schwein klar im Absehen, und der Schuss bricht. Deutlich sehe ich den Keiler durch das Zielfernrohr liegen. Der zweite Keiler diese Nacht. Die Freude ist riesengroß. Die Sau ist zwar stark, jedoch die Waffen nicht so lang, wie beim ersten Schwein.
Die Keiler können halt nachts nur nach der Körpergröße eingeschätzt werden. Um beurteilen zu können, ob man wirklich einen reifen alten Keiler vor sich hat, dazu reicht das Nachtsichtgerät nicht.
Für mich ist an diesem Abend die Keilerjagd beendet. Ich will nicht noch einen schießen, sondern das heute Abend erlebte Revue passieren lassen und genießen. Und das tue ich dann auch mit einem gemütlichen Drink an der Hotelbar. Morgen Ist ja schließlich auch noch ein Tag, hatte ich doch 5 Jagdtage gebucht und wollte ja nur zwei Keiler schießen.
Am darauf folgenden Abend erhalte ich von Ibu die frohe Nachricht, dass mein erster Keiler nach einer Nachsuche über drei Kilometer gefunden wurde. Er selbst habe ihn zwar noch nicht gesehen, aber der Hundeführer sprach aber von einem großen Keller mit guten Waffen.
Nun hatte ich also drei Schweine! Das war mehr, als ich wollte, hatte ich mir doch einen finanziellen Rahmen für diese Jagd gesetzt. Aber nun war Ibu schon mal da, und ich hätte es unfair gefunden, die Jagd für den heutigen Abend abzusagen. Außerdem macht es doch so viel Spaß und ist so spannend....
Der Weg, den wir heute Abend nehmen, kommt mir gar nicht bekannt vor, und so frage ich Ibu, wo es denn heute zur Jagd hin geht. Er entgegnet, dass er einen guten Keiler unweit eines Dorfes gefährdet hätte, der dort regelmäßig zwischen halb zehn und halb elf an die Kirrung kommt. Wir müssten allerdings Im Dorf das Auto abstellen und von dort aus eineinhalb Kilometer der Berg hoch laufen, bis wir an der Kirrung sind. Mir stand ein leicht verschmitztes Grinsen im Gesicht, dachte ich doch, er wolle mich auf den Arm nehmen. Als er nach einer weiteren viertel Stunde Fahrt dann aber wirklich am letzten Haus eines Bergdorfes anhält und aussteigt, weicht das Grinsen aus meinem Gesicht, und ein Ausdruck von Verwunderung und Ratlosigkeit macht sich breit.
Ein Schotterweg führt aus dem Dorf hoch In die Berge. Er ist zwar nicht unbedingt steil, doch durch meine warmen Klamotten komme ich bereits nach kurzer Zeit heftig ins Schwitzen. Warum wir nicht mit dem Auto hochfahren würden, frage ich Ibu. Er entgegnet, dass das Scheinwerferlicht den Keiler vertreiben würde und wir deshalb einen etwas längeren Fußmarsch in Kauf nehmen müssten.
Wir haben etwa 500 Höhenmeter hinter uns gebracht, als Ibu das erste Mal anhält, um durch sein Nachtsichtgerät zu schauen. Grinsend dreht er sich zu mir um. „Keiler schon da.“ Mach dich fertig. Vollkommen verschwitzt versuche ich, mich einzurichten. Ein Sehen durch das Nachtzielgerät ist aber durch meine beschlagene Brille absolut nicht möglich. Also Brille ab und noch einmal durch geschaut und scharf gestellt. Jetzt sehe ich ihn. Wir sind vielleicht noch 100 Meter von der Kirrung entfernt. Ich sehe zwar die Augen des Schweins leuchten, doch kann Ich noch nicht erkennen, wo vorn und hinten ist. Näher ran will Ibu diesmal allerdings nicht, aus Angst, den Keiler im letzten Moment noch zu vergrämen. Da bleibt nur warten übrig. Doch jetzt dreht er sich langsam und steht mit dem Haupt nach rechts scheibenbreit vor mir. Der Druck auf den Abzug wird langsam stärker, bis das Mündungsfeuer mir die Sicht nimmt. Nur das deutlich hörbare „Plupp“ vom Einschlagen des Teilmantelgeschosses zeugt davon, dass die Kugel ihr Ziel nicht verfehlt hat. Das ging jetzt unerwartet schnell. Nachdem wir in Ruhe eine Zigarette geraucht haben, gehen wir zum Anschuss. Auf der rechten Seite fällt das Gelände in einem Winkel von 45 Grad ab. Am Anschuss angekommen, findet sich auch gleich jede Menge hellroter Schweiß und den Abhang hinab ist eine deutlich sichtbare Spur zu erkennen, die der Keiler in seiner letzten Flucht hinterlassen hat. Nur den Keiler können wir nicht sehen.
Per Funk rufen wir den Wagen herbei, der bereits nach fünf Minuten voll
besetzt bei uns eintrifft. Überschwänglich werde ich von einigen der Dorfbewohnern, die mit gekommen waren, beglückwünscht, werde umarmt und bekomme nach türkischer Sitte Küsschen links und Küsschen rechts auf die Wangen. Noch vollkommen perplex stehe ich an der Kirrung, als Ibu und einige der Dorfbewohner, bewaffnet mit Taschenlampen, in der Fluchtfährte des Keilers hangabwärts stürmen. Das will ich mir aber nun auch nicht nehmen lassen und beginne vorsichtig, der deutlich sichtbaren Schweißfährte hinterher hangabwärts zu folgen. Nach etwa 100 Metern stehen wir alle am lange verendeten Keiler. Ein guter alter Keller ist mein geworden, und als der Muezzin sein Lied vom Turm der nahe gelegenen Moschee erklingen lässt, strecke ich nur noch meine Faust in die Höhe und rufe Allahu Akbar.
Am nächsten Morgen fahren wir noch einmal ins Jagdgebiet, um auch mal Fotos bei Tageslicht machen zu können. So sehen wir noch einmal die ganze Schönheit dieser Bergregion bei Tageslicht und können Ibu beim Beschicken der Kirrungen begleiten, bevor er uns wieder ins Hotel zurück bringt.
Am Abend brachte er mir schon die sauber abgekochten Keilerwaffen ins Hotel, und es erfolgte der obligatorische Jagdbericht. Das Ergebnis dieser Jagd konnte sich sehen lassen: 26, 22, 22 und 20 cm maßen die Waffen.
Eine alles in allem äußerst angenehme und perfekt organisierte Jagd, die ich jedem, der einmal einen starken Keiler schießen will, nur weiter empfehlen kann.